Festspielhaus Hellerau

zurück DGTL FMNSM // im Rahmen der CYNETART

Festival 10.11.2016-13.11.2016

DGTL FMNSM // im Rahmen der CYNETART

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Wir verstehen Technofeminismus als einen Sammelbegriff für jene kritischen und spekulativen Positionen, die Technologie nicht undifferenziert als eine männlich gesteuerte und verdammenswerte Entität, sondern als eine Fülle unterschiedlicher Werkzeuge und Praktiken betrachten, deren genderpolitische Bedeutung immer auch durch jene sozialen Kontexte bestimmt wird, die sie zugleich informieren und beeinflussen.« Armen Avanessian / Helen Hester in „dea ex machina“

dgtl fmnsm ist ein Future-Request für ein radikaleres Denken der Selbstverständlichkeit digitaler Technologien in der medienkulturell geprägten Gegenwart. An den kurzweiligen Interventionen bei dgtl fmnsm sind ästhetisch und theoretisch Agierende beteiligt, die signifikant ihren Körper als Ausdrucksmittel im Kontext einer sich entziehenden Gegenwart zwischen digitaler Technologien, Netzkulturen und politischer Notwendigkeit einsetzen.

Das zentrale visuelle und atmosphärische Objekt des Raumes ist eine utopische feministische Installation eines geheimen Dresdner Künstlerinnen-Squads. Diese Rauminstallation bietet das Grundsetting für eine drei Tage anhaltende Session (bis hin zur Séance), aus der gesendet und empfangen wird, die die Frage nach technologiebasierten Formen der Emanzipation beleuchtet und die Destabilisierung bestehender Systeme zum Ziel hat. Dies findet als kollektives Happening mit Künstler _innen, Aktivist _innen und Besucher _innen statt.

The body is absent, the artist is present

Talking about the Internet – essentieller und zentraler Teil des Laboratoriums dgtl fmnsm ist die Online-Platform „digitalfeminism­.­net“. Neben Texten, Interviews und anderen Beiträgen werden dort künstlerische Arbeiten, Videos und Live-Events vorgestellt. Während des Festivals wird die Platform über obvious gates auch physischen erfahrbar sein. Die obvious gates bilden sich aus Workshops, Vorträgen, Performances und einer Live-Online-Show, die von der sich selbst als „dirty new media artist“-bezeichnenden US-Amerikanerin Shawné Michealian Holloway kuratiert wurde. Die Künstlerin führt mit Ulla Heinrich und Konstanze Schütze durch das Zweitagesprogramm. Zu den obvious gates gehört u. a.:

Das bekannte Format des Lesekreises unterziehen Dorota Gaweda und Egle Kulbokaite (Young Girl Reading Group), Billy Bultheel und Enad Marouf (Reality Tales / Mental Surgeries) zwischen Musik und Tanz einer Revision der Körper. Inhaltlich, formal wie performativ der perfekte Einstieg in ein obvious gate.

Helen Hester ist Teil des international agierenden feministischen Kollektivs Laboria Cuboniks, lehrt an der Universität für Medien und Kommunikation in London. 2015 veröffentlichte sie mit Laboria Cuboniks das vielbeachtete Xenofeministische Manifest – Eine Politik für die Entfremdung.

d-n-e haben mit dem Werk Xenoethics das Xenofeministische Manifest von Laboria Cuboniks vertont. Wir sollten unsere Hörfähigkeit so lange hacken, bis es nicht mehr zu Missverständnissen kommen kann und der „Eros des Hörens“ Entfaltung findet.

ZEITPLAN

DONNERSTAG 10.11.2016, Nancy-Spero-Saal
18 – 22 Uhr // Rauminstallation des GFS (Geheimes Feministisches Squad) geöffnet

FREITAG 11.11.2016, Nancy-Spero-Saal

13.00 Uhr Rauminstallation des GFS geöffnet
18.00 Uhr Live-Online Show: Gleam.Future, reflections. I mit Anna Zett / Techno Candy / Tabita Rezaire
22.00 Uhr Performance Reality Tales / Mental Surgeries

SAMSTAG 12.11.2016, Nancy-Spero-Saal

13.00 Rauminstallation des GFS geöffnet
13.00 Uhr Workshop mit Reality Tales/Mental Surgeries
15.00 Uhr Young Girl Reading Group #135
Text: Luciana Parisi's “The Nanoengineering of Desire”
17.00 Uhr Helen Hester (Laboria Cuboniks)
Gender is a Workplace Technology
18.30 Uhr Lecture Performance Xenoethics von d-n-e
20.00 Uhr Live-Online Show Gleam.Future, reflections. II
22.30 Uhr Late night feminism & open space

SONNTAG 13.11.2016, Nancy-Spero-Saal
Rauminstallation des GFS geöffnet

www.digitalfeminism­.­net

Konzeption und Durchführung: Thomas Dumke / Ulla Heinrich / Konstanze Schütze
Wir laden ein, mit internationalen Aktivist _innen, Performer _innen und Theoretiker _innen einen Raum zu besetzen und eine fantastisch-kritische Zeit zu verbringen.

Wir bieten eine feministische Schlafplatzbörse an.
Kontakt unter:
lexi@digitalfeminism.net

Eintritt: 10/7 Euro (berechtigt für den Besuch der gesamten CYNETART-Ausstellung)

Öffnungszeiten von dftl fmnsm während CYNETART-Ausstellung:
Do 10.11. 18.00 bis 22.00 Uhr
Fr.11./Sa.12.11. 13.00 bis 22.00 Uhr
So 13.11. 15.00 bis 22.00 Uhr

dgtl fmnsm ist ein Projekt von HELLERAU – Europäisches Zentrum der Künste Dresden in Kooperation mit dem CYNETART Festival sowie dem Institut für Zukunft, Leipzig. Ein Projekt im Rahmen des Bündnisses internationaler Produktionshäuser, gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Europäisches Zentrum der Künste Dresden