01.02.2021

Video killed the Radio Star, #1 – 2021

1979 veröffentlichten The Buggles ihren Song „Video killed the Radio Star”. Das Video zu diesem Song war das erste Video auf MTV – ausgestrahlt am 01. August 1981 um 00:01 Uhr. Am 27. Februar 2000 um 02:57 Uhr erlangte das Video erneut Kultstatus: Es war das Millionste auf MTV gesendete Video. Interessieren diesen Zahlen heute noch und: Wo ist eigentliches dieses MTV? Könnte man heute Songs schreiben wie „TikTok killed the Video Star“? Oder „Instagram frisst SPEX“? Es könnte interessant sein, wie MTV auf dieses C19-Virus reagiert hätte,das vor allem auch der freien, alternativen und unabhängigen Musikszene und den Clubs nicht nur das Leben, sondern auch das Überleben, schwer macht.

Gut reagiert hat zumindest die MTV-Generation: Katja Lucker leitet nicht nur das Musicboard Berlin, sie war auch eine der ersten, die im Frühjahr 2020 auf die absehbaren Probleme der Clubszene aufmerksam machte – und handelte: Als Mitinitiatorin und im Jury-Beirat der Initiative United We Stream war sie maßgeblich an einem der wegweisenden und erfolgreichsten Projekte beteiligt, bei dem u.a. mit Arte Concert aus einer Spendenkampagne für Berliner Clubs United We Stream entstand – eine globale Kulturplattform und Streaming-Initiative im digitalen Raum. Aus Dresden bekam der Club objekt klein a einen der ersten begehrten Slots und war mit dem neu gegründeten KLUBNETZ Dresden bald einer der Motoren, die im Digitalen wie auch im Politischen Raum für Hör- und Sichtbarkeit der zum Schweigen verdammten Clubszene sorgten.

Im April 2020 entwickelten wir gemeinsam mit Katja Lucker und Maureen Noe die Idee, die bisherigen „Auslands-Residenzen“ des Musicboard Berlin, mit denen Berliner Bands nach Asien, Afrika oder Amerika reisen konnten, in „Inlands-Residenzen“ umzuwandeln: Statt Detroit, Havanna oder Los Angeles hießen die Residenz-Orte plötzlich: HELLERAU, Schloss Bröllin in Meck-Pomm oder Sternhagen Gut von Gudrun Gut. In HELLERAU entstanden auf diese Weise zahlreiche neue Songs der Bands Æ und in Kooperation mit CTM Berlin ein Musikvideoprojekt von Born in Flamez, die bei Bandstand 2021 präsentiert werden.

Bandstand will 2021 mit dem neuen Format #BandstandMusikvideo ein bisher erfolgreiches Format in gegenwärtig schwierigen Verhältnissen ermöglichen. Darüber hinaus sollen in extra produzierten Videoprojekten und weiteren Veranstaltungen, u.a. in Kooperation mit KLUBNETZ Dresden auch Diskussionen zur aktuellen Situation und zu Perspektiven der Musik- und Clubszene hör- und sichtbar gemacht werden. Und vielleicht gibt es ja dann auch irgendwann einen Song mit dem Titel: „Video saved the Club Culture“?!

Von Rosa Müller und Moritz Lobeck (HELLERAU)