Festspielhaus Hellerau

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NORDWIND Festival 2015

Vergangene Termine

  • Fr 20.11.15 20:00

Tanz Dauer: 60 min

Black Marrow von Erna Ómarsdóttir und Damien Jalet

ICELAND DANCE COMPANY

Festivaleröffnung

Post-apokalyptische Stimmung. Eine Bühne wie schwarze Lava. Zu Ben Frosts sphärischen Klängen zeichnen sich nach und nach menschliche Formen ab. Die Tänzer bewegen sich wie Urgeschöpfe in dieser bizarren Welt. Ómarsdóttir und Jalet treiben sie mit den Mitteln von Rhythmus, Wiederholung und Erschöpfung in einen archaischen Trancezustand. Es sind Wesen zwischen Tier, Maschine und heidnischem Götzen. Black Marrow zeigt ein beeindruckendes zeit- und ortloses Bild vom Kampf der Gewalten auf.

Die Isländerin Erna Ómarsdóttir absolvierte ihre Tanzausbildung in der von Anna Teresa de Keersmaeker geleiteten Tanzschmiede PARTS, arbeitete mit Jan Fabre, Les Ballets C de la B und Sidi Larbi Cherkaoui, bevor sie nach Reykjavik zurückkehrte und ihre eigene Kompanie gründete. HELLERAU stellt Erna Ómarsdóttir, die „Björk des Tanzes“, mit drei sehr unterschiedlichen Arbeiten vor: Black Marrow ist ein Tanzstück, das im Mai seine Premiere feierte und in Island zur besten Performance des Jahres gekrönt wurde. Eine große Würdigung der Choreografin, die seit Juli dieses Jahres die künstlerische Leitung der Iceland Dance Company übernommen hat. Erna Ómarsdóttir geht mit ihrem Tanzvokabular bis an physische Grenzen. In der zusammen mit ihrem Partner, der Punk-Ikone Valdimar Jóhannsson konzipierten Lecture on Borderline Musicals erscheinen beide als Borderline-Experten, wiederbeleben Sequenzen aus vergangenen Stücken und diskutieren humorvoll mit dem Publikum Beispiele aus ihrer Arbeit. Abgerundet wird die Werkschau mit einem Konzert von Lazyblood, der von Ómarsdóttir und Jóhannsson 2010 gegründeten gemeinsamen Punkband.

Dresdner Neueste Nachrichten / 24.11.2015

"Ein unbehauster, wie von Mondlicht beschienener bleierner Ort, mit auf- und abtauchenden Geschöpfen in knisternden schwarzen Folien, eine Szenerie, die an ölverseuchte Meere und Strände mit verendendem Getier erinnert. Aus diesem mysteriösen, irrlichtenden Geschehen schälen sich zunächst kopflose Wesen heraus. Und schließlich sind es menschliche Geschöpfe, die da aus einem schnorchelnden Berg von Körpern erwachsen."

Musik: Ben Frost

Eine Produktion von Iceland Dance Company, untersützt vom Reykjavik Arts Festival.

Europäisches Zentrum der Künste Dresden