Festspielhaus Hellerau

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Bahok

Vergangene Termine

  • Do 28.01.10 20:00
  • Fr 29.01.10 20:00

Akram Khan Company

Bahok

Akram Khan ist nicht nur ein herausragender Tänzer, sondern auch ein umjubelter Choreograf, der den zeitgenössischen westlichen Tanz und den uralten Kathak-Tanz aus Nordindien fusioniert. Sein Tanzstil ist einzigartig und rasend schnell und hat den Choreografen berühmt gemacht. Er ist dafür bekannt, dass er gerne interdisziplinär arbeitet und mit Vorliebe verschiedene Kulturen zusammenführt. Diese Offenheit und sein Ruf gaben ihm die Gelegenheit, international erfolgreiche Künstler für seine Projekte zu gewinnen, darunter die grandiose französische Prima Ballerina Sylvie Guillem und die französische Schauspielerin Juliette Binoche. Für „Bahok“ reiste er nach China und entwickelte dort gemeinsam mit Tänzern seiner eigenen Company und des Chinesischen Nationalballetts seine Choreografie: alt-indische Kampftechnik trifft auf chinesisches Ballett europäischer Herkunft, zarter Humor wird abgelöst von Bildern der Einsamkeit und Verlorenheit. Tänzer mit unterschiedlichem kulturellem Hintergrund – chinesisch, koreanisch, indisch, slowakisch, südafrikanisch und spanisch – kommen an einem Ort des Transits unserer globalisierten Welt, einer Wartehalle eines Flughafens, zusammen und versuchen, miteinander ins Gespräch zu kommen und sich über ihre Heimat, ihre Erfahrungen und Erinnerungen auszutauschen. Hier entwickelt sich die lose Szenenfolge, in der Khan ein Babel der Bewegungssprachen schafft: Hip Hop tritt Ballett, westliche Sportlichkeit auf östliche Grazilität. Virtuose Soli der exzellenten Tänzer kontrastieren mit Ensembleszenen, die aus den für Khan typischen Impulsen heraus ihren ganz eigenen Schwung entwickeln. Mit Bahok (das bengalische Wort für „Träger“) lädt Akram Khan auf eine Reise in unterschiedliche Länder und Kulturen ein, auf die Suche nach dem, was Heimat sein könnte in einer Welt, in der alles permanent in Bewegung ist.

„Bahok trifft wie beiläufig den Humor und die Anmut in persönlichen Geschichten grenzüberschreitender Kulturen“.
(Dance Magazine über die zehn besten Choreografien von 2008)

Dresdner Neueste Nachrichten / 30.01.2010

Welch großes Glück, im derzeitigen Dresdner Veranstaltungsdickicht gerade dieses Gastspiel im Festspielhaus Hellerau nicht verpasst zu haben. Es wäre doch wirklich zu schade gewesen, davon letztlich nur aus den Berichten anderer erfahren zu müssen. (...) Akram Khan entdeckt das Besondere im Alltäglichen, erzählt Geschichten in Bewegung, und das frei von verkünstelter Attitüde. Aus der Besonderheit der Mitglieder seiner Company, ergänzt von Tänzern vom chinesischen Nationalballett, schöpft er auch in dieser Produktion choreografische, szenische Ideen, und überrascht mit wunderbaren Bildern, die bei anderen Choreografen vielleicht nur simpel gewirkt hätten. Zum Beispiel, wenn er die Fotomanie mancher Reisender benutzt, um daraus ein kurioses Pas de deux oder gar Pas de trois zu machen oder die Beschwichtigungsversuche zweier aufgebrachter Kampfhähne in Szene setzt, wo es letztlich dem schlichtend Eingreifenden schlecht ergeht.

Sächsische Zeitung / 30.01.2010

Akram Khan führt die eigenwilligen Soli und persönlichen Geschichten der acht Tänzerinnen und Tänzer behutsam parallel. Was der lange Chinese, die kleine Spanierin kann! Wie in jeder guten Kunst erscheint aber das Anrührende und das Komische ohne Grund. Zwei Körper werden zum Doppelwesen beim Versuch, die Schlafende aufzuwecken. Nachbarn versuchen, einander ein Lied beizubringen, Die Ensembleszenen entspringen dem Takt der Musik oder unsichtbarer Aufladung. Der schnelle Kreisel des Kathak meint wohl sein Gegenteil: Geschwindigkeit kann vorbildlich den Eindruck von Stillstand erzeugen. Die Tafel rattert am Ende zu fernen Klängen „Heimat“ runter. Die Zuschauer schweigen, ehe sie heftig applaudieren.

Eine Produktion von Akram Khan Company in Koproduktion mit Sadler´s Wells Theatre London, British Council, The Liverpool Culture Company with Merseyside Dance Initiative, Dance Xchange Birmingham, Théatre de la Ville Paris, Tanzhaus nrw Düsseldorf, National Arts Centre Ottava und China Now London. Unterstützt von Arsts Council England, The Cultural Leadership Programme, The New England Foundation fort he Arts und Jerwood Space.

Europäisches Zentrum der Künste Dresden